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Nutztiere Freilandhaltung von SchafenDas Schaf – ein Landschaftspfleger Schafe werden bei uns vor allem in hügeligen oder steilen Gebieten gehalten, wo eine Mähnutzung der Wiesen kaum mehr möglich ist und wo Rinder durch ihr grösseres Gewicht Trittschäden anrichten würden. Die Bewirtschaftung solcher Gebiete ist nicht sehr rentabel, und so bietet sich das Schaf als günstiger Landschaftspfleger an. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass auch Schafe Lebensbedürfnisse haben und Pflege benötigen. Schön drückt es folgender Vers aus.
Hast Schafe auf der Weide gehen,
Schutz vor dem Wetter Das Luftpolster in der Wolle schützt nicht nur vor tiefen, sondern auch vor hohen Umgebungs-temperaturen. Allerdings wird an warmen Sommertagen der Abfluss der im Körper produzierten Wärme erschwert, so dass es zu einem Hitzestau kommen kann. Zu berücksichtigen ist ausserdem, dass Schafe nicht schwitzen, sondern nur leicht hecheln können. Art. 6 der Schweizer Tierschutzverordnung aus dem Jahre 2008 lautet: „Die Tierhalterin oder der Tierhalter sorgt für den notwendigen Schutz der Tiere, die sich der Witterung nicht anpassen können.“ Das heisst, dass bei extremer Witterung für alle Tiere ein geeigneter natürlicher oder künstlicher Unterstand notwendig ist. Dieser soll bei grosser Hitze genügend Schatten oder bei langer, kalter Regenzeit einen trockenen, windgeschützten Liegebereich bieten. Die Fläche muss so gross sein, dass alle Tiere gleichzeitig im Unterstand Platz finden. Mindestflächen sind im Anhang der Nutztier- und Haustierverordnung des Bundesamtes für Veterinärwesen über die Haltung von Nutz- und Haustieren festgelegt. Die Mindestfläche für 70 bis 90 kg schwere Schafe ohne Lämmer beträgt danach 0.6 m2 /Schaf, mit Lämmern 0.75 m2/Schaf. Fachinformationen des BVET zum Witterungsschutz stehen unter der Internetseite des BVET „Tiere richtig halten“ zur Verfügung (s. Verzeichnis am Ende des Merkblattes).
Art. 7, Abs. 4 der Nutztier- und Haustierverordnung des Bundesamtes für Veterinärwesen verlangt: „Schafe und Ziegen müssen in der Winterfütterungsperiode vor der Geburt eingestallt werden und in den ersten beiden Wochen nach der Geburt jederzeit Zugang zu einer Unterkunft haben.“ Die kantonalen Veterinärämter Aargau, St.Gallen und Zürich gehen noch einen Schritt weiter und verlangen für alle im Freien gehaltene Schafe vom 1. Dezember bis 28. Februar einen künstlichen Unterstand. Diese Regelung erleichtert den Vollzug und beurteilt alle Schafhaltungen in den Kantonen gleich. Junge und geschorene Tiere Während die untere kritische Temperatur ungeschorener Schafe bei minus 3 °C liegt, beträgt diejenige neu geborener und geschorener Schafe bei plus 8 °C. Die untere kritische Temperatur ist diejenige Umgebungstemperatur, bei welcher das Tier beginnt, seine Wärmeproduktion zu erhöhen. Dauernd auf der Weide gehaltende Schafe sollten deswegen im Frühling erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai geschoren werden. Schafe, welche den ganzen Tag im Stall gehalten werden, sind erst dann zu scheren, wenn die Stalltemperaturen nicht unter + 5°C sinken. Schwache oder kranke Lämmer sollten in einen Stall und unter eine Wärmelampe gebracht werden. Wanderherden Pflege und Ueberwachung Der Zustand der Schafe sowie das Futter- und Wasserangebot sind regelmässig zu überprüfen. In Gebieten, in welchen natürliche Feinde wie der Luchs, der Wolf oder der Bär vorkommen, sollten Schafe nicht unbeaufsichtigt bleiben. Dazu können z.B. spezielle Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Von Bedeutung ist auch das richtige Zaunsystem. Je nach Standort, z.B. am Strassenrand oder zur Unterteilung der Weide eignen sich verschiedene Zaunsysteme, wobei auch an die Verhütung von Unfällen bei Elektrozaungeräten mit Kindern zu denken ist. Obwohl man in der Schafhaltung häufig Maschen-, auch Knotengitterzäune genannt, sieht, sollte man nach Möglichkeit darauf verzichten, da sich immer wieder Lämmer oder Wildtiere darin verheddern und grausam zu Tode kommen. Auf jeden Fall sollten sie insbesondere in Waldnähe sofort entfernt werden, wenn keine Schafe mehr auf der Weide sind. Futter, Weide Eine sorgfältige Weideführung minimiert den abrupten Nahrungswechsel und vermindert die Anreicherung von Parasiten. Von Vorteil sind eine kurze Besatzzeit und eine Unterteilung in Koppeln entsprechend der örtlichen Verhältnisse. Zuerst sollten jüngere und dann ältere Tiere auf derselben Fläche weiden. Bei jungem Gras sollte man den Schafen Heu oder energiereiches Futter, z.B. Maiswürfel, zufüttern. Die richtige Weideführung erlaubt es dem Tierhalter, die Schwänze der Tiere nicht mehr zu coupieren, da Durchfall und verschmutzte Schwänze nur noch selten auftreten (s. Merkblatt H des Schweizer Tierschutzs STS: Alternativen zum Schwanzcoupieren bei Schafen). Eigentlich eignet sich das Schaf vor allem für die Beweidung grossflächiger und magerer Weiden, auf welchen es kaum zu fütterungsbedingtem Durchfall kommt. Nasse Weidestellen sollten grosszügig ausgezäunt werden, da dort der grosse Leberegel vorkommt und zu Problemen führen kann. Kann man die Schafe nachts im Stall halten, sollte man sie erst nach dem Abtrocknen des Taus auf die Weide lassen, da sich die ansteckungsfähigen Parasitenlarven in den Tautropfen auf den Spitzen des Weidegrases befinden. Tränke, Mineralstoffe
Weitere nützliche Informationen www.bvet.admin.ch Tiere richtig halten. Informationen des Bundesamtes für Veterinärwesen BVET, Schwarzenburgstr. 155, 3003 Bern. Tel.: 031 323 30 33 Empfohlene Fachzeitschrift zu aktuellen Themen der Schafhaltung in der Schweiz Forum Kleinwiederkäuer. Fachzeitschrift für Schafe, Ziegen, Milchschafe und Hirsche. Erscheint zehn Mal jährlich auf deutsch und französisch. Bestelladresse: Forum Kleinwiederkäuer, Postfach, 3360 Herzogenbuchsee (49.- CHF pro Jahr). Internet: www.caprovis.ch (BGK wählen) Buchempfehlung Annette Arnold, René Reibetanz 2008: Alles für das Schaf. Handbuch für die artgerechte Haltung. Preis: ca. 16 Euro. Pala Verlag.
MERKBLATT Freilandhaltung von Schafen als PDF >>> Keine versteckten Käfigeier mehr! als PDF >>>
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Tierschutz Region Thun, Postfach 2607, 3601 Thun, 033/341 12 78, PC 30-13366-2, IBAN
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